IM
NORDOSTEN UND OSTEN VON ANKARA |
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KirikkaIe
ist ein schnell wachsendes Industrie- und Waffenzentrum nordöstlich
von Ankara. Die Produkte der lokalen Waffenindustrie sind in einem
Museum ausgestellt. Am Flussufer des Kizilirmak (Halys) kann man in
einem der zahlreichen Restaurants einen angenehmen Nachmittag verbringen.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Celal Bayar-Park. An der Autobahnabzweigung geht es rechts nach Yozgat, 217 km von Ankara entfernt. Die Stadt, die im 18. Jh. von den Osmanen gegründet wurde, besitzt zwei bedeutende Bauwerke aus dieser Zeit, die Capanoglu- und die Süleymanbey-Moschee. Im Herrenhaus Nizamoglu (19.Jh.) sind volkskundliche Exponate ausgestellt. Ein archäologisches Museum ist im Yusuf Kaslioglu-Herrenhaus mit Exponaten aus der Hatti-, Hethiter-, Phryger-, Römer- und Byzantinerzeit eingerichtet worden. Der Nationalpark Camlik liegt einige Kilometer südlich der Stadt. Wichtige Stätten aus dem hethitischen Großreich befinden sich in der Provinz Corum zwischen der gleichnamigen Provinzhauptstadt und Yozgat im Nationalpark Bogazkale, der in das Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Imponierende Doppelmauern, die vom Königstor, Löwentor und "Yer Kapi" (Tunneleingang) unterbrochen waren, umgeben die Hauptstadt Hattuscha, das heutige BogazkaIe (vormals Bogazköy). Hier wurden vier Kulturschichten und eine assyrische Handelskolonie (Karum) nachgewiesen. Die Hauptstadt (ca. 1700 - 1200 v.d.-Zw.) des Hethiterreiches wurde wegen ihrer vielen Sakralbauten auch "Stadt der Tempel" genannt. Der größte Tempel war dem Sturmgott Tesup geweiht. Auf der Akropolis standen die Verwaltungsgebäude, der Palast und die Bibliothek. Thrakischstämmige Seefahrer zerstörten die Stadt 1180 v. Chr. Stadtmauern, Tempel- und Häuserfundamente sind zum größten Teil freigelegt werden. Yazilikaya, eine offene Tempelanlage und das hethitische Hauptheiligtum, ist eine Felsengruppe, in deren Wände im 13.Jh. v. Chr. unter den Großkönigen Hattuschili II. und Tuthalija IV. die Reliefs aller hethitischen Götter, Göttinnen und Gottkönige eingemeißelt worden sind. Alacahöyük nördlich von Bogazkale und 45 km von Corum entfernt war in der Bronzezeit das Zentrum der Hatti-Kultur. Goldene' und bronzene Kult- und Schmuckgegenstände, heute im Ankaraner Museum für anatolische Zivilisationen, wurden in den Gräbern der Hatti- Könige gefunden. Alle Überreste von Bauten jedoch oder das Sphingentor stammen aus der hethithischen Zeit. Weitere bedeutende hethitische Siedlungszentren waren Alisar, Masathöyük und Sapinuva im Kreis Ortaköy am Flusslauf des Cekerek in einer sehr schönen Landschaft gelegen. Sapinuva wurde vor etwa 3500 Jahren angelegt und war nach Hattuscha die zweitwichtigste Stadt des hethitischen Großreiches. Unmengen von Keilschrifttafeln konnten hier geborgen und eine römische Nekropole freigelegt werden. Im Kreis Lacin befindet sich das Felsengrab des Feldherrn Ikizios. Ein römisches Felsengrab liegt im Kreis lskilip. Zwischen den Hochalmen Abdullah und Kargi liegt das Dorf Hacihamza mit einer interessanten regionalen Architektur. Sehr schön ist die Bayat Kuscacimeni-Alm. Corum, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, ist eine sich ständig entwickelnde wichtige Stadt auf dem Weg von Zentralanatolien zum Schwarzen Meer iihd für die besten Kichererbsen bekannt, die in der Türkei wachsen. Bedeutende historische Bauten sind die Ulu-Moschee (13. Jh.) und der Uhrturm aus dem 19.Jh. Die kleine Stadt Merzifon zwischen Corum und 45 km von Amasya entfernt besitzt verschiedene osmanische Baudenkmäler wie die Celebi Sultan Mehmet- Medresse (15Jh.) und die Kara Mustafa Pascha- Moschee (17.Jh.) und einen Uhrturm (19. Jh.). 22 km von Merzifon entfernt liegt Gümüshacibeyi mit vielen osmanischen Bauwerken und einer byzantinischen Kirche. Das Gebiet um Amasya - gegründet im 3. Jh.v.d.Zw. an den Ausläufern des Harsena am Yesilirmak (Iris) - ist seit mind. 5500 Jahren, beherbergt eine interessante Sammlung von regionalen Artefakten einschließlich der Mumien der mongolischen Herrscher von Ilhanen in Amasya. Cafes, Restaurants, Teegärten und Parkanlagen sind entlang des Flussufers zu finden. Von der Spitze des Cakallar-Hügels hat man einen schönen Blick über die Stadt. Der Weg zum Borabay-See 63 km nordöstlich von Amasya in einer wunderschönen Berglandschaft führt durch riesige Apfelplantagen, wo die berühmten Amasya-Äpfel gedeihen. 32 km vom See entfernt quartieren sich im Yedi Kugular (Sieben Schwäne) - Vogelschutzgebiet im Winter Zugvögel ein. In Tokat am Yesilirmak strahlen die Baudenkmäler der Seldschuken und Osmanen, eine Burg mit 28 Türmen, die Garipler- Moschee (11. Jh.) und eine seldschukische Brücke in eine feierliche Ästhetik aus. Das Gebiet ist seit mindestens 4000 Jahren besiedelt. Im 11. Jh. setzten Seldschuken und Danischmenden der byzantinischen Herrschaft hier ein Ende. Die Pervane Bey Darülsifasi (Gök-Medresse) aus dem 13. Jh. ist eines der feinsten Baudenkmäler der Stadt und dient heute als archäologisches Museum. Tokat war und ist ein regionales Handelszentrum mit vielen Lager-, Handels- und Geschäftshäusern wie Tashan, Suluhan, Yagciogluhan und Gazi Emir (Yazmacilar) Han. Wenn man durch die Sulu-Sokak ins Stadtzentrum geht, sieht man diese Bauten sowie Türben, Basare und Bäder und erhält einen überwältigenden Eindruck von der Architektur Tokats. Im Gazi Emir (Yazmacilar)-Han kann man Handbedruckte Stoffe erwerben - Tokat ist seit über 300 Jahren als Stoffdruckzentrum bekannt. Die Tradition geschnitzter und bemalter Holzdekorationen und Wände zeichnet die Bürgerhäuser von Tokat aus. Der Madimagin-, der Celalin- und der Latifoglu-Konak aus dem 19. Jh. sind originalgetreu restauriert worden. Am Akdag (Weißer Berg) wurde die 680 m lange und in fünf Etagen verlaufende Ballica-Höhle mit vielfältigen Stalagmiten und Stalaktiten für den Tourismus eröffnet. Die Höhlenluft lindert und heilt auch Erkrankungen der Atemwege, besonders Asthma. Niksar (Neocaesarea), 69 km nordöstlich von Tokat, war die Hauptstadt der türkischen Danischmendendynastie mit einer gut erhaltenen Burg. Unterhalb der Burg steht die Cörügü Büyük-Moschee aus dem 12. Jh. mit einem Meisterhaft bearbeiteten Steinportal. In Zile westlich von Tokat ist die restaurierte Ulu-Moschee (gebaut im Jahr 1269) zu bewundern. Zudem sprach Julius Cäsar hier seine berühmten Worte " veni, vidi, ici" (und hat vermutlich auch den hervorragenden lokalen Wein probiert). Niksar, Zile, Komana und Sulusaray (Sebastopolis) waren im 1 Jh. vier der elf Zentren in der römischen Provinz Pontus. Sivas war im Mittelalter ein wichtiges Handelszentrum, besonders der Seldschuken, am Schnittpunkt der Karawanenwege nach Persien und Bagdad und zwischen 1142 und 1171 Hauptstadt der Danischmen-dendynastie. Erhabene Baudenkmäler zeugen heute noch von der einstigen Bedeutung der Stadt. Die Ulu-Moschee stammt aus der Zeit der Danischmenden. Die Bauten der Seldschuken vermitteln die Ästhetik ihrer Zeit, für die die schönsten Beispiele das Spital, die Izzettin Keykavus Sifahane (Medizinschule), die reichverzierte Gök- Medresse, die Cifte Minareli-Medresse und die Buruciye-Medresse aus dem 13.Jh. - heute archäologisches Museum - sind. Im Akaylar-Herrenhaus aus dem 19. Jh. wurde das ethnologische Museum eingerichtet. 1919 hat die Nationalversammlung in Sivas getagt und beschlossen, die Türkei von den ausländischen Besatzungskräften zu befreien. Das Kongressgebäude aus dem 19. Jh. ist heute das Atatürk- und Kongressmuseum mit Exponaten vom Kongress, aus dem Befreiungskrieg und volkskundlicher Natur. In der für ihre Webwaren berühmten Stadt gibt es auch sehr schöne Teppiche. Im Dorf Sivrialan in der Nähe von Sivas sind in dem Geburtshaus des berühmten Volksdichters und -sängers Asik Veysel (1884- 1973) seine persönlichen Besitztümer und Schriften ausgestellt. Sehenswerte Ausflugs- und Wanderziele sind die Egricimen-Hochalm im Kreis Koyulhisar, das Suul-Tal mit hethitischen Hieroglyphen an den Felswänden im Kreis Gürün und der Sizir-Wasserfall in der Nähe des gleichnamigen Dorfes im Kreis Gemerek am Fluss Göksu. Kangal, 68 km östlich von Sivas, ist die Heimat der bekannten gleichnamigen Hunderasse. Der Name wurde von 'canis galliensis' (Hund der Gallier), abgeleitet, den die Gallier als Kampfhund mit sich geführt haben. Die herrlichen Tiere waren einmal in ganz Anatolien verbreitet, haben sich aber nur in Kangal rein erhalten und als Hirten- und Wachhunde bewährt. 12 km nordöstlich von Kangal liegt das weltbekannte Thermalbad Balikli Kaplica, worin 36 Grad Celcius heißen, Mg-, CO 2- und Kalziumhaltigen Gewässern Tausende kleiner Fische schwimmen, die dermatologischen Beschwerden, besonders der Schuppenflechte, abhelfen. Ebenfalls in der Provinz Sivas liegen die bekannten Thermalbäder Sicak' (Warm)- und 'Soguk' (Kalt)-Cermik mit einem breiten therapeutischen Spektrum. Divrigi, seinerzeit ein Vorposten der Byzantiner, war im 12. und 13. Jh. die Hauptstadt der türkischen Mengüdscheken-Dynastie. An der Ulu- Moschee mit Medresse von 1229 hat die seldschukische Kunst der Steinbearbeitung mit herrlichen Pflanzen- und Tierornamenten am Portal einen Höhepunkt erreicht. Die UNESCO hat das Bauwerk zum Weltkulturerbe erklärt. |
Gökmedresse - Sivas
Cermik-Sivas
Tashan - Tokat
Relief eines Gottes - Hattuscha
Keramik aus Tokat
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Herrenhaus Hazeranlar - Amasya |
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