
Roman Brücke am Göksufluss- Sikifke
 Uzuncaburc, Sikifke - Mersin

Kirche in der "Cennet"-Höhle 
Teppichherstellerin |
Von
Mersin nach Silifke führt eine Straße parallel zur Küste
vorbei an Tannenwäldern und Orangenplantagen. Auf der einen
Seite liegen unzählige Ruinen von Basiliken, Gräbern und
alten Städten, auf der anderen liebenswerte kleine Buchten
mit sandigen Stranden. Eine Säulenreihe bei Viransehir (Soloi)
13 km westlich von Mersin erinnert an die 700 v. Chr. von den loniern
gegründete Stadt, die der römische Kaiser Pompeius, nachdem
er reumütige und besserungswillige Piraten hier angesiedelt
hatte, in Pompeiopolis umbenannte. Korinthische Säulen aus dem
zweiten nach christlichen Jahrhundert und Grabmäler, die wie
kleine Tempel aussehen, fallen dem Betrachter in Kanlidivane (Kanyetelis)
auf. Römische Sarkophage und byzantinische Kirchenruinen blieben
ferner von der Stadt, die am Abhang einer tiefen Schlucht errichtet
wurde. Kizkalesi (Korykos), zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet,
ist heute ein beliebter Ferienort mit guten Beherbungsmöglichkeiten,
einem schönen Badestrand und dem ' Kizkalesi' (Mädchenschloß)
aus derselben Zeit wie Korykos, das auf einem Inselchen etwa 200
m von Ufer entfernt steht, sowie der Burg von Korykos auf dem Festland.
Einstmals waren beide Festungen durch einen Damm miteinander verbunden.
50 km südwestlich von Mersin liegt an einer kleinen, von Fischrestaurants
umgebenen Bucht das Dörfchen Narlikuyu (Porto Calamiae), wo
in den Ruinen eines römischen Bades die "Drei Grazien" ein
römisches Mosaik, bewundert werden können. In die große
und tiefe Tropfsteinhöhle Narlikuyu (165 m ü.M.) mit riesigen
Stalaktiten und Stalagmiten führt eine steile Wendeltreppe hinein.
Die feuchte Höhlenluft lindert und heilt asthmatische Beschwerden.
In der infolge eines Erdeinbruchs entstandenen tiefen und etwa 34.000
Quadratmeter bedeckenden Schlucht Cennet (Paradies) steht ein vermutlich
hellenisches Bauwerk, das im 5. Jh. von den Byzantinern zu religiösen
Zwecken genutzt wurde. Die in die Felswand gehauenen Stufen stammen
aus der römischen Zeit. 75 km östlich der Paradieshöhle
hat ein weiterer Erdeinbruch stattgefunden, der schwer zugänglich
ist, eine Ausdehnung von etwa 3750 Quadratmetern hat , im östlichen
Teil etwa 120m und eingangs um 85 m tief ist und Cehennem (Hölle)-Höhle
genannt wird.
90 km von Mersin entfernt breitet sich das seit 3. Jh. v.d.Zw. besiedelte Silifke
an den Hängen eines im Westen gelegenen Hügels aus, auf dem eine Burgruine
aus dem Mittelalter steht. Ursprünglich befand sich hier die Akropolis des
kilikischen Seleucia, das die Seleukiden anstelle des alten Uria gegründet
hatten. Eine römische
Brücke aus dem l. Jh. n.d.Zw. in der Stadt überspannt den Fluß Göksu,
den Calycadnos der Antike, in dem Kaiser Barbarossa ertrunken ist, dem hier ein
Denkmal gesetzt wurde. An der Mündung des Göksu lag die spurlos verschwundene
Handels- und Hafenstadt Uria (Hyra), wie einem Brief der Hethiterkönigin
Puduheha an Nikmepa, einen König der Ugarither (im heutigen Syrien) aus
dem Jahre 1280 v.d.Zw. entnommen werden konnte. Das Göksu - Delta mit seiner
reichen Flora und Fauna steht unter Naturschutz. Das ethnologische Museum ist
in einem Gebäude aus der Jahrhundertwende untergebracht, in dem Atatürk
einmal gewohnt hat. Das
archäologische
Museum liegt auf dem Weg nach Tasucu und ist voll mit Funden aus der
Umgebung. 12 km nördlich vom Susamoglu-Strand und 2,5 km östlich
des Dorfes Pasli steht "Mezgit Kalesi", der mit acht Meter
Höhe größte römische Grabbau in der Türkei,
mit einem meter-hohen Priapos-Relief an der Basis. In Demircili, dem
alten Imbriogen, nördlich von Silifke auf dem Weg nach Uzuncaburc
liegen gut erhaltene monumentale Gräber aus der frühen römischen
Zeit.
Die bergige Straße führt zu der prächtigen Stadt Diocaesarea,
dem heutigen Uzuncaburc, an einer 1200 m langen, späthellenischen
Nekropole mit großen Grabbauten vorbei. Außerhalb der Stadt
stehen die eindrucksvollen Ruinen des Zeus Olbius- (3.Jh.v.d.Zw.) und
des Tyche-Tempels, eines Triumphbogens, eines Theaters aus dem 2.Jh.
n.d.Zw., eines römischen Gymnaseions, einer byzantinischen Kirche
und eines hohen Turmes. 4 km weiter folgen die Ruinen von Olba (ionisch:
Holmi, Ura) - ein römisches Theater, ein Aquädukt, ein Brunnen.
Südlich von Silifke trifft man auf Meryemlik (Aya Tekla), eine römische
Nekropole mit dem Grab und der Kirche der Heiligen Thekla, der ersten
Märtyrerin der christlichen Lehre.
Tasucu ist ein guter Urlaubsort mit sandigen Stranden und einem tiefen
Hafen und einer planmäßigen Seebus- und Fährverbindung
mit Girne (Türk. Rep. Nordzypern).
44 km von Tasucu entfernt liegt das für seinen Strand bekannte Ovacik.
Die Halbinsel Ovacik (Cavaliere) ist eine der Perlen in der Krone der
natürlichen Schönheiten der Türkei und ein ideales Gebiet
zum Tauchen. Sollten Sie an diesem Sport interessiert sein, besuchen
Sie bitte die Kösrelik Bucht auf der gleichnamigen Insel. 18 km
südöstlich von Ovacik liegen an den Ufern der Bucht die Ruinen
der Stadt Aphrodisias mit sehenswerten römischen Mosaiken und Ruinen.
Aydincik (Celendris) westlich von Ovacik war im Altertum und noch unter
den Osmanen eine wichtige Station der Handelsbrücke mit Zypern.
Die Küstenstraße, die sich dann über einen mit Pinien
und anderen Nadel-bäumen bestandenen Berg schraubt, gewährt überwältigende
Aussicht auf steile Klippen, malerische Buchten und das türkisfarbene
Mittelmeer.
36 km westlich von Aydincik liegt das Ferienzentrum Bozyazi mit sauberen,
geräumigen Campingmöglichkeiten an ausgedehnten Stranden. Der
Fischerhafen von Bozyazi soll zu einem Yachthafen ausgebaut werden. Die
mittelalterliche und gut erhaltene Anamur-Festung, 138 km von Silifke
entfernt, behauptet zwischen zwei geschwungenen Sandstränden ihren
Platz und gewährt einen großartigen Blick über den ganzen
Küstenstreifen. Das Kastell wurde im Mittelalter von Kreuzrittern
gebaut und später zu einem Sinnbild osmanischer Macht. Anamur liegt
einige Kilometer landeinwärts im hügeligen Hinterland und von
Bananenplantagen umgeben. Westlich davon liegen an einem sehr schönen
Sandstrand die Ruinen von zwei Schutzwällen, einem Theater, einem
Odeon, einem Bad und einer Nekropole aus dem antiken Anamorium.
|