DIE WESTLICHE SCHWARZMEERKÜSTE
Die Schwarzmeerküste der Provinz Kirklareli in Thrakien verfügt über herrliche Sandstrände, komfortable Ferienanlagen und Zeltplätze. Das Yildiz (lstranca)-Gebirge teilt die Provinz Kirklareli. In der bergigen Landschaft liegen typische Holzhäuser. In der Provinzhauptstadt Kirklareli sind der Hizirbey-Moscheenkomplex mit einem Badehaus und einem Basar, erbaut unter Hizir Bey im Jahre 1383, und das archäologische Museum mit einer reichen Sammlung von Funden aus der Umgebung, die von der bewegten Geschichte der Region zeugen, sehenswert. Das Kirklar-Denkmal aus dem 14 Jh. ein beeindruckendes Bauwerk mit 18 Marmorsäulen auf einem Hügel, wurde zum Gedenken an die 40 Soldaten, die bei der Eroberung des Gebietes unter Sultan Murat I. gefallen sind, errichtet.
Der Sokollu-Moscheenkomplex in Lüleburgaz zwischen Edirne und Istanbul ist ein Werk des Mimar Sinan und stammt aus dem Jahre 1570.
In Babaeski steht die Cedid Ali Pascha-Moschee, ebenfalls von Mimar Sinan. Vize (Byzia) war um 700 die bedeutendste Stadt in Thrakien. Sehenswert sind die 'Kleine Hagia Sophia' und die Burg.
Der Ferienort Igneada in der Nähe der bulgarischen Grenze liegt 98 km von der Provinzhauptstadt entfernt. Ein schöner Urlaubsort ist Kiyiköy (Midye). In der von einer byzantinischen Stadtmauer mit zwei Toren umgebenen Stadt fühlt man sich wie ins Mittelalter zurückversetzt. Sehenswert ist das historische Felsenkloster St. Nikolaus.
In der beschaulichen Kleinstadt Dereköy kurz vor der bulgarischen Grenze kann man noch einmal eine besinnliche Rast einlegen.
Kilyos auf der europäischen Seite der Schwarzmeerküste, 35 km von Istanbul entfernt, kann mit weitläufigen Sandstränden, Hotels, Motels und Campingmöglichkeiten aufwarten. Auf der asiatischen Seite muss der Küstenort Sile, 71 km von Istanbul entfernt, Erwähnung finden, dessen lange Sandstrände (mit den Überresten einer genuesischen Festung) zum Schwimmen und Sonnenbaden einladen. Dank hervorragender Restaurants und eines attraktiven Abend- und Nachtlebens hat sich der Ort für viele Istanbuler Bürger zu einem beliebten Wochenendziel entwickelt. Das Städtchen ist berühmt für seine Baumwollblusen und -hemden aus "Silebezi". Von einem polnischen Fürsten im 19. Jh. E für polnische Immigranten gegründet, hat " sich das Örtchen Polonezköy ( 25 km von Istanbul entfernt) zu einer Erholungsstätte mit vielen Beherbergungsmöglichkeiten und einer Reihe gepflegter Restaurants gewandelt, in denen die Gäste mit bodenständigen Gaumenfreuden verwöhnt werden. Landeinwärts bieten sanfte Hügel und stille Wälder hervorragende Voraussetzungen für Reitausflüge.
In einem Flusstal liegt das für einen Zelturlaub bestens geeignete Agva 50 km östlich von Sile. Die Bewohner von Agva sind dermaßen begeisterte Radfahrer, dass sie jeden Sommer sogar ein 'Radfahr-Fest' organisieren. Östlich davon befinden sich Kerpe, Kefken und Karasu, drei malerische Fischerdörfer, wo nette Restaurants und sauberes Wasser einen anhaltenden Besucherstrom sichern.
Landeinwärts an der Fernstraße Istanbul- Ankara erstreckt sich Bolu (192 km von Ankara und 162 km von Istanbul entfernt), ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt der Provinz, mit der eindrucksvollen Ulu (Yildirim Beyazit) - Moschee (14. Jh.) sowie modernen Kureinrichtungen und Thermalbädern. Im archäologisch-ethnologischen Museum der Stadt stehen viele Funde aus der Zeit der Hethiter, Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen. Im Südwesten von Bolu liegen in 1500 m Höhe die beliebten und komfortablen Beherbergungsbetriebe von Abant am gleichnamigen See. Umrahmt von dichten Wäldern lädt Abant zu erholsamen Wochenenden ein, wovon besonders Istanbuler und Ankaraner profitieren. In über 1000 m Höhe liegen die Hochebenen Aladag, Kizlik und At. 100 km von Bolu entfernt im Kreis Gölnük steht im Innenhof der Ghasi Süleyman Pascha-Moschee das Grabmal von Aksemsettin, einem Wissenschaftler und Lehrer von Sultan Mehmet II. 50 km von Bolu entfernt in Örencik im Kreis Derede steht die byzantinische Burg Asar Kale, von der aus man eine sehr schöne Aussicht hat. Die interessanten Felsenhäuser im Kreis Seben in den Dörfern Solaklar, Muskar und Alpugut 50 km südlich von Bolu mit vier Stockwerken und Fensterreihen locken viele Besucher an. Kartalkaya in den Köroglu-Bergen ist einer der bedeutendsten türkischen Wintersportorte. Im Sommer lädt der Gölcük-See zum Picknick ein. Im Norden von Bolu liegt der atemberaubend schöne Nationalpark Yedi Göller (Sieben Seen). In Mengen, dessen Küchenmeister einen hohen Ruf genießen, findet alljährlich im August das Fest der Küchenchefs statt, auf dem die Köstlichkeiten der Türkischen Küche präsentiert und prämiert werden. Im Kreis Düzce stürzt sich der Samandere-Wasserfall über die Felsen herab. Am Efteni-See 14 km südwestlich von Düzce fühlen sich viele Vögel sehr wohl.
Bei Konuralp, dem alten Prussa ad Hypium, 45 km nordwestlich von Bolu, kommen immer noch römische und byzantinische Anefakte ans Tageslicht, die im lokalen Museum ausgestellt werden. Nicht versäumen sollte man die Besichtigung des römischen Theaters. Akcakoca mit seinen schönen Badestränden und guten Beherbungsbetrieben ist und bleibt ein beliebtes Urlaubsziel. 27 km östlich der Stadt steht eine genuesische Festung in einem Haselnusswald. Alapli bietet ideale Voraussetzungen für den Wassersport, vor allem für Segeln und Surfen, sowie weite, sandige Strände.
Eregli, das alte Heraklea ad Pontus, liegt auf einem Hügel in unmittelbarer Nähe einer byzantinischen Burg. In Eregli wurde das erste türkische Verhüttungswerk gegründet. Im Frühling erfüllt der Duft von Erdbeeren, den süßesten und saftigsten, die in der Türkei wachsen, die Luft, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Der Name Eregli geht zurück auf den Halbgott Herakles, der laut Xenophon den dreiköpfigen Hund Cerberus am Tor zur Unterwelt vor der Höhle Cehennemagzi außerhalb von Eregli in der Nähe von Kavakderesi fangen konnte. Die Höhle war außerdem einmal ein christliches Glaubenszentrum.
Zonguldak - der Name stammt von dem bereits in der Antike erwähnten Sandra, Sandraka, einer von miletischen Siedlern aus Sinop exponierten Mineralfarbe für Arzneimittel und zur Färbung von Garn und Holz - mit seinen bedeutenden Kohlevorkommen ist ein wichtiger Hafen an der Schwarzmeerküste. Die schon in der Mythologie erwähnten Steinkohlevorkommen werden in der Neuzeit seit 1829 (damals auf Befehl des Uzun Mehmet) abgebaut. Geplant ist, an den Fördergruben ein Bergbaumuseum einzurichten. In der in den Grenzen der antiken Reiche Paphlagonien und Bithynien liegenden Provinz kamen Funde aus den Kulturen der Hethiter, Skythen, Phryger, Mileter, Assyrer, Perser, Mazedonier, Byzantiner und Genueser ans Tageslicht. Türkische Stämme siedelten schon vor den Seldschuken hier.
Der höchste Punkt der Provinz ist mit 1637 m auf der Bacakli-Hochalm. Eine malerische Landstraße führt zu den Strandbädern Kopuz und Uzunkum mit einladenden Teegärten und Restaurants. Sehenswert sind die Höhlen Kizilelma und Cökgöl.
Devrek, ein 50 km südöstlich von Zonguldak gelegenes Städtchen, ist seit über 100 Jahren für die Herstellung Holzgeschnitzter Spazierstöcke berühmt.
Karabük ist ein bedeutendes Zentrum der Eisen- und Stahlindustrie und umgeben von herrlichen Wäldern. In der Nähe von Karabük liegt der bekannte Ausflugsort Camlik. Auf der Sorgun-Hochebene wird Hanggliding betrieben. Die Provinz ist reich an Schluchten - Incekaya, Tokatli, Düzce (Kirpe), Sakar - und Höhlen - Mencil-is(Bulak) , Hizar- und Hochalmen - Saricicek, Uluyayla.7 km nordöstlich der Provinzhauptstadt Karabük liegt Safranbolu. Der Name stammt von den riesigen Safranfeldern, von denen die Stadt im 19. Jh. umgeben war. Safran wird heute bei Davutobasi, einem 20 km von Safranbolu entfernt gelegenen Dorf, angebaut - ein Anblick, der das Herz aller Fotografen und Maler höher schlagen lässt. Safranbolu ist ein wahres Freilichtmuseum für traditionelle türkische Baukunst und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Vom Festungshügel aus genießt man einen herrlichen Rundblick auf die Stadt. Sehenswerte Bauwerke sind die Villen (Konak) Kaymakamlar, Aygiroglu, Asmazlar (heute ein Hotel des Türkischen Touring- und Automobilclubs), Mektepciler, Arasna (Pension), Guburlar und Pascha (Pension); ferner 'Cinci Han', eine Karawanserei mit Türkischem Bad 17. Jh.), die "Arasta Arkasi"-Gasse sowie die Moscheen Köprülü Mehmet Pascha (17. Jh.), lzzet Mehmet Pascha mit einer Bibliothek (18. Jh.) , Dagdelen (18. Jh.) und die auf einem Bogen über dem Safranbolu-Fluss stehende Kacak- oder Lütfiye-Moschee aus dem 19. Jh. Eine Delikatesse Safranbolus ist 'Lokum', (Turkish Delight).
36 km südlich von Karabük kann in Eskipazar das restaurierte osmanische Herrenhaus Ömerbeyler mit reichen Wandmalereien besichtigt werden. Miletische Siedler aus Sinop haben hier um 800 v.d.Zw. die Kolonie Kotyara gegründet.
In Bartin (Parthenios), 80 km westlich von Zonguldak, mit vielen alten Holzhäusern wird alljährlich im Frühling ein Erdbeerfest veranstaltet. Überreste einer 5 m breiten römischen Straße aus der Zeit des Kaisers Claudius und Spuren von Felsenreliefs sind noch erhalten. Ein schönes Erlebnis ist eine Bootsfahrt auf dem Bartin-Fluss. Homer berichtet in der "Ilias", dass 'kräftige Krieger über den Bartin gesetzt haben, um im Krieg um Troja mitzukämpfen'.Das nahegelegene Inkum mit seinen Restaurants und Beherbergungsbetrieben an langen Sandstränden hat sich zu einem beliebten Ferienort entwickelt.
Amasra (Sesamos), ist eine .17 km von Bartin entfernte Stadt über den Fundamenten einer im 6. Jh.v. Chr. von den Miletern auf einer zwischen zwei Buchten gelegenen Halbinsel gegründete Handelskolonie und einer der schönsten Orte an der Schwarzmeerküste. Die östliche Seite ist zum Baden besonders gut geeignet. Auf einer felsigen Anhöhe erheben sich die Überreste einer byzantinischen Burg, in der sich die Fatih-Moschee, eine ehemalige Kirche, befindet. Die Nekropole stammt aus der römischen Zeit. Historische Funde, die von der Geschichte der Stadt zeugen, sind im achäologischen Museum ausgestellt. In Geschäften in der Cekiciler-Strasse fallen schöne holzgeschnitzte Zier- und Gebrauchsgegenstände auf.
15 km östlich liegt Cakraz, ein typisches Fischerdorf mit hervorragenden Strandbädern sowie freundlichen Beherbergungsbetrieben und Restaurants. Die kurvenreiche Straße zwischen Inebolu und Cakraz schlängelt sich durch die Berge und bietet eine atemberaubende Aussicht. 44 km östlich von Cakraz folgt Kurucasile, für den Bau von Fischkuttern bestens bekannt. 28 km von Kurucasile entfernt liegt. Die Gideros-Bucht in der Nähe von Cide ist mit ihren Stränden, Übernachtungsbetrieben und Lokalen ein beliebter Ferienort.
lnebolu, 100 km östlich von Cide, ist eine typische Schwarzmeerstadt und beherbergt eindrucksvolle Beispiele traditioneller türkischer Baukunst. Im Osten von Inebolu empfiehlt sich der Urlaubs- und ThermaIort Abana.
Das von Wäldern umgebene Kastamonu 93 km südlich von Inebolu in der gleichnamigen Provinz wartet mit bedeutenden und gut erhaltenen Bauwerken auf. Dazu gehören eine byzantinische Festung aus dem 12. Jh. die Atabey- Moschee aus dem 13. Jh. und die Moschee Ibni Neccar (Baujahr 1314). Im archäologisch-ethnologischen Museum sind Funde aus der Region ausgestellt. Sehenswert ist das Liva Pasa-Hausmuseum, ein typisches Beispiel lokaler Architektur.
In der Nähe der Stadt befindet sich Evkaya, ein Felsengrab aus dem 6. Jh. v. Chr. Das Dorf Kasaba beherbergt die Mahmut Bey-Moschee aus dem Jahre 1366 (mit einer Tür aus dem 12.Jh.) mit Holzschnitzereien von erlesener Schönheit. 32 km westlich von Kastamonu liegt die Kreisstadt Daday, und 9 km westlich davon stößt man auf das Dorf Cömlekciler mit vielen alttürkischen Häusern und Bauernhöfen, wo man eine Unterkunft finden und sich ein Pferd für einen Ausritt von etwa 25 km in herrlicher Natur mieten kann. Im Kreis Pinarbasi nordwestlich von Kastamonu liegt die Ilgarini-Höhle, eine der größten der Türkei und lohnendes Ziel für Wanderfreunde und Höhlenforscher. 63 km südlich von Kastomonu findet man im Ilgaz-Nationalpark in den Ilgaz-Bergen, einem wunderschönen Naturschutzgebiet, ein Wintersportzentrum und hervorragende Beherbergungsbetriebe. Im Osten bei Tosya liegen riesige Reisfelder in den Flusstälern des Kizilirmak und Devrez.

Akcakoca - Bolu

Kurucasile - Bartin

Im Nationalpark "Yedigöller"

Kerpe - Sakarya

Die Ilgarini Höhle - Kastamonu

   

Sattler Safranbolu - Karpe                                                      Yenicewald - Zonguldak